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Asugangssituation

Nach der politischen Wende im Jahre 1989 gefährdeten Probleme wie sinkende Einwohnerzahlen und zunehmende Wohnungsleerstände im Freistaat die soziale Stabilität und Funktionsfähigkeit der Städte. Die Wohnungsunternehmen standen dabei vor besonderen betriebswirtschaftlichen Herausforderungen. Diese Entwicklung war für das ehemalige Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Medien frühzeitig Anlass zu gezieltem Handeln.

Seit der Auflage des Bund-Länder-Förderprogramms "Städtebauliche Weiterentwicklung großer Neubaugebiete" im Jahr 1993 wurden im Freistaat erste Planungen und Maßnahmen zur Wiedergewinnung eines quantitativen und qualitativen Gleichgewichts zwischen Wohnungsnachfrage und Wohnungsangeboten gefördert. Mit fortschreitender Entwicklung wurden auch die übrigen Programme der Städtebauförderung verstärkt im Sinne gesamtstädtischer Stadtumbaustrategien eingesetzt. Dabei wird nach wie vor ein Schwerpunkt auf die Aufwertung der historisch gewachsenen Innenstädte als wesentliches Identifikationsmerkmal ihrer Bewohner gesetzt. Mit der Thüringer Innenstadtinitiative und der Initiative "Genial Zentral"engagiert sich der Freistaat mit zusätzlichen, ausschließlich landesfinanzierten Förderprogrammen. Aber auch der Rückbau von nicht mehr vermietbaren Wohnungen wurde in einem Programm des Landes zur Wohnungsmarktstabilisierung unterstützt.

Inzwischen hatte der Bund durch die Auflage des mit langfristiger Finanzierungsperspektive ausgestatteten Programms "Stadtumbau Ost" und mit der Durchführung des gleichnamigen Bundeswettbewerbs eine Basis für integrierte Stadtumbauprozesse geschaffen.

Bundeswettbewerb Stadtumbau Ost
Am Bundeswettbewerb im Jahr 2002 hatten bei insgesamt 261 eingereichten Stadtentwicklungskonzepten 37 Thüringer Städte und Gemeinden teilgenommen.
Die Städte Leinefelde und Rossleben hatten in ihrer jeweiligen Bewertungsgruppe den ersten Preis gewonnen, die Entwicklungskonzeption der Stadt Sondershausen wurde mit dem zweiten Preis gewürdigt. In die engere Wahl wurden die Städte Artern, Lobenstein und Zeulenroda eingeordnet.

Unabhängig von der Bewertung der Wettbewerbsbeiträge durch die Jury ist festzuhalten, dass durch den Bundeswettbewerb ein erheblicher planerischer Fortschritt in der Entwicklung von kommunalen, städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Konzepten zum Stadtumbau erreicht werden konnte. Damit sind fast flächendeckend in Thüringen die Voraussetzungen für die Einleitung und Umsetzung zielführender Maßnahmen des Stadtumbaus geschaffen worden.

Zusammenführung der Stadtumbauprogramme Ost und West
Die Evaluierung von Stadtumbau Ost und West hatte im Jahr 2016 die Wirkung beider Programme eindrucksvoll nachgewiesen. Mit der Zusammenlegung zu einem Stadtumbauprogramm im Jahr 2017 kann zunächst von einem gesicherten Fördervolumen ausgegangen werden.

Begleitforschung zum Stadtumbau
Bis zum Start des Programms Stadtumbau Ost gab es nur wenige Erfahrungen mit der Umsetzung von Stadtumbau- und Rückbaukonzeptionen unter Schrumpfungsszenarien. Der Freistaat war deshalb der Überzeugung, dass der breitangelegte Prozess des Stadtumbaus einer intensiven Beobachtung und Unterstützung insbesondere hinsichtlich der zielführenden Wirkung von Strategien und Maßnahmen sowie der Förderprogramme und des Fördermitteleinsatzes bedarf.
Aus diesem Grunde wurde eine Begleitforschung initiiert, die unter der Federführung der Stadt Leinefelde-Worbis den Fortschritt des Stadtumbaus in Thüringen kontinuierlich auswertet und die Ergebnisse in einen intensiven Erfahrungsaustausch mit den Programmstädten und dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft einbringt. Beauftragt wurde im Ergebnis eines Verhandlungsverfahrens nach europaweiter Ausschreibung eine Arbeitsgruppe (AG), in der die Fachrichtungen Stadt- und Landschaftsplanung, Architektur, Wohnungswirtschaft, Demografie und Sozialplanung sowie technische Infrastruktur vertreten sind.

In Rahmen des Thüringer Landesmonitoring zum Stadtumbau werden seit dem Jahr 2002 von 42 Programmkommunen (dabei alle Thüringer Städte über 10.000 Einwohner) sowie ca. 200 Monitoringgebieten in diesen Programmkommunen regelmäßig Daten zu verschiedenen Themenbereichen erfasst und mit Daten anderer Quellen (z.B. Agentur für Arbeit, vtw, TLS, TLVwA) auf verschiedenen räumlichen Ebenen in einem gesonderten Datenpool beim Thüringer Landesamt für Statistik gesammelt und ausgewertet. Seit 2013 werden auch die Daten aus dem elektronischen Monitoring des Bundes genutzt. Durch eine Datenharmonisierung beider Erfassungssysteme werden die Kommunen entlastet und gleichzeitig Informationsgewinne erreicht.

Aktueller Stand
Im Rahmen der rückblickenden Monitoringberichte ist es möglich, die langjährige Entwicklung der Stadtumbauprozesse in Zeitreihen darzustellen und Erfolgsfaktoren und Hemmnisse zu identifizieren. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren erfolgt durch Jahreskonferenzen und die im Jahr 2016 wiederaufgenommene Stadtumbau-Bereisung. Dieser Erfahrungstransfer leistet einen wertvollen Beitrag zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Städtebauförderpolitik auf Bundes- und Landesebene. Im Ergebnis der langjährigen Beobachtungen wird deutlich, dass sich die Probleme bei zunehmender regionaler Differenzierung in den ländlichen Raum verlagern, während für die (kleineren) Städte eine zunehmende Ankerfunktion nachgewiesen werden kann. Leerstände konnten abgebaut und zahlreiche Aufwertungsprozesse umgesetzt werden. Für die altstädtischen Monitoringgebiete lässt sich beispielsweise eine Stabilisierung der Einwohnerzahl belegen, wobei die zunehmende Alterung der Bewohner - insbesondere in den DDR-Wohnbauquartieren - große Anpassungsbedarfe aufzeigt. Hinzu kommen neue Herausforderungen wie Digitalisierung, energetischer und klimaresilienter Stadtumbau, soziale Integration oder auch ein drohender Verlust der innerstädtischen Leitfunktion Einzelhandel. Dadurch wird deutlich, dass der Stadtumbau als stetige Aufgabe einer zukukunftsfähigen Stadtentwicklung Bestand haben wird und sowohl Monitoring als auch Förderpolitik kontinuierlich an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst werden müssen.

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Monitoringbericht 2018
Der Monitoringbericht 2018 steht zum Download bereit.
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Am Montag, den 12. November 2018 im Rittersaal des Ronneburger Schlosses, Schlossstraße 19, 07580 Ronneburg
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Am Montag, den 27. November 2017 in Neustadt an der Orla Augustinersaal der Klosterkirche am Puschkinplatz 1, 07806 Neustadt an der Orla
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